Einführung des hvv hop: Neues System mit großer Wirkung
Der Landkreis Lüneburg ist gesetzlicher Aufgabenträger für den Öffentlichen Personennahverkehr. Ab dem 1.1.2026 sollen die Verkehrsleistungen von der kreiseigenen MOIN Mobilitätsinfrastruktur und -betriebs GmbH und den ausgeschriebenen Subunternehmen ausgeführt werden.
Darüber hinaus wird das On Demand System hvv hop eingeführt, das insbesondere in den Abendstunden und im ländlichen Raum Verbesserungen bringen wird.
Bisher:
- Die Verkehrsleistungen in den Abend- und Nachtstunden sind seit 1997 durch das Anrufsammeltaxi (ASM) abgedeckt worden.
- Um die Verkehrsleistung im ländlichen Raum zu gewährleisten, besteht derzeit noch ein Rufbussystem.
- Nun wird beides abgeschafft und durch ein anderes System ersetzt.
Wir finden das neue System insgesamt besser.
hvv hop ermöglicht :
- Mit einer gültigen ÖPNV-Fahrkarte oder dem Deutschlandticket wird die Person an einer Bushaltestelle abgeholt und für zwei Euro zusätzlich an einer Haltestelle des Zielortes im Landkreis bzw. zur weiterführenden Verkehrslinie gebracht.
- Eine Wochenkarte für 10 € und Monatskarte für 30 € kann erworben werden.
- Möchte jemand eine Haustürbedienung werden noch einmal 3 € fällig.
- Ab 21:00 Uhr wird ein zusätzlicher Nachtzuschlag von 2 €, ab 23:00 Uhr von 5 € erhoben. In dem Nachtzuschlag ist aber die Haustürbedienung mit dabei.
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Angefordert werden kann der hvv hop mit einer App oder per Telefon.
Ja, der Landkreis erhofft sich dadurch auch Einsparungen, da nur die tatsächlichen Fahrten mit den Taxiunternehmen abgerechnet werden. Bei dem Schuldenberg des Landkreises ist es auch nötig zu sparen.
Für die Menschen in der Hansestadt wird es etwas teurer. Dennoch:
- Für den ländlichen Raum ist dieses geplante System eine richtig gute Verbesserung. Wo kein Bus fährt, geht es mit dem Taxi zum Ziel oder zur nächsten Buslinie.
- Abends und nachts können alle sicher gegen einen geringen Aufschlag bis zu Haustür kommen. Die Elterntaxis sind nicht mehr notwendig etwa nach einem Kinobesuch von Jugendlichen.
- Wer mobilitätseigeschränkt ist, muss den Haustürzuschlag nicht zahlen.
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Menschen, die aus der Spätschicht kommen und für die kein Bus mehr fährt, müssen nicht mehr ihr eigenes Auto nutzen, sondern können noch von 21 Uhr bis 23 Uhr mit 2 € extra und einem zusätzlichen Nachttarif von 2 € zum Fahrkartenpreis bis vor die Haustür kommen.
Sicher wird noch die eine oder andere Verbesserung erforderlich sein, wenn der „hvv hop“ am 2.1.2026 startet, deshalb sagen wir: „In einem halben Jahr schauen wir uns das System im Mobilitätsausschuss noch einmal an und werden dann die erforderlichen Maßnahmen einpflegen lassen“.
Uwe Hinners, Mitglied im Mobilitätsausschuss des Landkreise Lüneburg
Von Vertretern der Hansestadt gibt es dazu auch mahnende Worte:
In der Hansestadt darf das Angebot in den Nachtzeiten nicht schlechter werden.
Jetzt bietet das ASM im Stundentakt eine Haustürbedienung. Nun plant die Kreisverwaltung Einschränkungen. Und wie das hvv hop und die neuen Nachtbuslinien, die am Freitag und Samstag in der Stadt zukünftig fahren sollen, aufeinander abgestimmt werden, scheint kurz vor Einführung noch völlig offen. Derzeit ist zu befürchten, dass viele Leute in der Stadt nachts zu Fuß gehen müssen, während im Kreis eine Haustürbedienung stattfindet.
Stadt und Kreis dürfen hier nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Andreas Schröder-Ehlers, Kreistagsabgeordnete und Ratsmitglied der Hansestadt Lüneburg